Schadensbeispiele
Außenoberfläche des Verbundrohres mit gelblichen Verfärbungen und Blasen.
Laut Informationen des Auftraggebers kam es am Schadenort zu einer Vielzahl von unkontrollierten Wasseraustritten an der Warmwasserleitung. Im Zuge einer Leckortung wurden an den Verbundrohren der Warmwasser- und Zirkulationssystemen
Schädigungen festgestellt.
Für weitere Untersuchungen wurde das Rohr im Bereich einer Blase durchtrennt und die Schnittfläche feingeschliffen. Der Haftvermittler zwischen Inliner und Aluminiumrohr ist bräunlich verfärbt. Unter dem Stereomikroskop ist ersichtlich, dass im Bereich der Blasenbildung ein muldenförmiger Korrosionsangriff am Aluminiumrohr vorliegt. Der Inliner hat sich aufgrund der Auflösung des Haftvermittlers bereits großflächig vom Aluminiumrohr abgelöst.
Das vorliegende Schadensbild (Blasenbildung, Ablösen bzw. Versprödung des Inliners) entspricht der Erscheinungsform einer Schädigung durch vorzeitige, thermische Alterung. Durch die Auflösung des Haftvermittlers, als Folge der thermischen Belastung, konnte Wasserdampf durch den Inliner bis zum Aluminiumrohr diffundieren und löste, vermutlich in Kombination mit den Inhaltsstoffen des Haftvermittlers, die Korrosion am Aluminiumrohr aus. Schadenursache ist ein Produktmangel an den Verbundrohren in Form eines nicht ausreichend und dauerhaft beständigen Werkstoffs.
Übergang Gewindegrund geätzt mit FeCl3. Durch selektive Korrosion wurde die kupferärmere Beta-Phase herausgelöst.
Detail aus Bild Nr. 1 unter dem Stereomikroskop, die Außenoberfläche im Bereich des Wanddurchbruchs ist frei von mechanischen Beschädigungen.
Für die weitere Untersuchung wurden zunächst die Verbundrohre vom Fitting abgetrennt. Ansicht der gekürzten Tülle am Winkel. Der Strömungsquerschnitt ist durch Mörtel, Fliesenkleber, o.ä. stark verengt.
Detail aus Bild Nr. 3 unter dem Stereomikroskop. Der Strömungsquerschnitt ist unmittelbar im Bereich der Biegung durch Mörtel, Fliesenkleber, o.ä. stark verengt.
Wanddickenreduktion zufolge von Erosionskorrosion (in Strömungsrichtung) unmittelbar nach der Querschnittsverengung.
Für die weitere Untersuchung wurde der Winkel in Längsrichtung aufgeschnitten. Der eingebrachte Mörtel hat sich im Scheitel der Biegung festgesetzt.
Die Schadenursache "Überziehen" kann Spuren im Gefüge der Gewindeflanke hinterlassen. Auffallend an der Messingverschraubung sind zahreiche Kerben, die von einer Rohrzange stammen.
Zur Untersuchung der Innenoberfläche wurde ein kurzer Probenabschnitt in Längsrichtung geteilt. An der Innenoberfläche zeigt sich leichter Flugrost.
Feingschliffene Schnittfläche der Halbschale unter dem Stereomikroskop. Der Makroschliff zeigt, dass der Korrosionsangriff an der Außenoberfläche stattgefunden hat und die Innenoberfläche praktisch unbeschädigt vorliegt.
Die Bruchfläche weist sowohl zonenweise dunkle Beläge, als auch verformungslose Bruchufer auf, die auf SpRK als Versagensmechanismus hinweisen.
Für die Untersuchung der Gehäuseinnenseite wurde ein Trennschnitt geführt. Ausgehend vom Gewindegrund ist ein Durchriss erkennbar.